logotype

geriatrisches krankenhaus albert schweitzerklinik II, graz

wettbewerb:
1. platz 2002

bauherr:
ggz

planung /
ausführung:
2003-2006

betten:
142

bearbeiter:
friedl / pfeifer / schilcher

fotos:
kramer

die anforderung der ausschreibung war, nach abbruch des ausgedienten altbestandes auf diesem bauplatz ein geriatrisches krankenhaus mit demenzstation für 142 betten zu konzipieren.

der entwurf sieht, wie der bestand vorgibt, eine straßenbegleitende bebauung vor, die, um die hohe räumliche qualität des innenbereiches zu bewahren, die baukörpertiefe des altbestandes nicht überschreitet.

der grundansatz besteht darin, in einen transparent gehaltenen, hellen und freundlichen kommunikationsbereich, in dem gänge vermieden werden, den zimmerbaukörper westseitig, sowie die funktionsboxen ostseitig hineinzustelle.

dieses auf rückzug und kommunikation aufgebaute prinzip entspricht im wesentlichen den grundbedürfnissen des menschen und könnte daher, adaptiert an die speziellen anforderungen, auf jegliche art des wohnens, unabhängig von der altersstruktur, angewandt werden.

die fassade des fünfgeschossigen baukörpers wird straßenseitig aus städtebaulichen gründen zwecks erweiterung des engen straßenraumes der albert-schweitzer-gasse um drei meter nach westen gerückt. an die jetzige baufluchtlinie gesetzt sind lediglich die drei ab dem ersten obergeschoß die fassade durchdringenden funktionsboxen der regelstationen, sowie im südlichen bereich der erdgeschossige baukörper des eingangs- und allgemeinbereiches.

die zufahrt sowie der haupteingang wurden in den süd-westen gelegt. die ver- und entsorgung erfolgt im norden, an dem dem logistikzentrum nächstgelegenen bereich.

durch diese  konzeption sind alle zimmer nach westen in den begrünten und mit hohem baumbestand versehenen ruhigen inneren bereich orientiert. die funktions- und aufenthaltszone ist auf kommunikation ausgerichtet und an drei stellen in den innenhof geöffnet.

die demenzstation im erdgeschoss ist zusammen mit dem garten als ein-raum konzipiert, in den die zimmer und die funktionsboxen hineingestellt sind, und ist um- und durchwanderbar. dadurch wird den patienten ihrem verhalten entsprechend ein hohes maß an wanderwegen und aufenthaltsmöglichkeiten im inneren und im garten angeboten.

die fensterbänder der zimmerzonen sind so angelegt, dass auch liegend ein freier ausblick auf den grünraum des innenhofes gegeben ist. dies ist deshalb von besonderer bedeutung, weil ein teil der patienten nicht mehr in der lage ist, ihr bett zu verlassen. der eingangs – und allgemeinbereich ist im foyer durchgebunden, vom hofseitigen eingang ist durchblick in den straßenraum gegeben.

die klare, auf funktionalität, übersichtlichkeit, hohe raumqualität, ausblicke und gute belichtung ausgelegte baukörperkonzeption lässt auch eine außer-ordentlich wirtschaftliche umsetzung zu.

2018  architekturbüro tschom univ. prof. architekt di dr. techn