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haus des verkehrs, graz

 

den zurecht denkmalgeschützen baukörper der neuen dominikanerkaserne in seiner äußeren form möglichst zu erhalten ist wohl sinnvoll, wie sinnvoll es ist den harmonikal strukturierten altbau eventuell durch einen neubau zu „verstecken“ und den platz nur dem alt- und neubau zuzuordnen, versperrt und abends nicht zugänglich, beides der stadt und dem bezirk blick- und benutzungsmäßig entzogen, ist zumindest zu hinterfragen.

der vorliegende entwurf versucht einen weg zu gehen, der den altbau in seiner jetzigen form erhält, ihn verstärkt zeigt und neue städtebauliche bedeutung gibt, und den platz als einen spannenden link zwischen innen und außen formuliert.

graz hat bevölkerungsstrukturell einen äußerst spannenden mix,164 nationalitäten leben hier. einheimische und migranten und migranten untereinander haben keinen ort an dem sie sich mit dem potential des jeweils anderen austauschen können.

einen solchen integrationsort zu schaffen ist seit langem in graz überfällig und der bezirk gries ist wohl der bezirk in dem er geschaffen werden sollte. er ist der aufstrebendste  bezirk in graz, das preisniveau veranlasst immer mehr migranten künstler und studenten in diesen bezirk zu ziehen. der konnex zwischen dem einstmaligen industriellen bezirk und der darauf zurückzuführenden historischen bausubstanz und dem heutigen bevölkerungsmix könnte gries zum „momatrè“  von graz werden lassen.

der bestehende ort zusammen mit dem griesplatz und dem kunsthaus in einem spannungsdreieck gelegen, drängt sich zur umsetzung dieses ansatzes geradezu auf.

weiters wäre in diesem fall die verwaltung nicht „kaserniert und ausgesondert“ sondern entsprechenden den modernen städtebaulichen ansätzen nach mixstrukturen urban spannend integriert.

spannung baut auf gegensätzen auf. dem voluminösen, statischen und orthogonalen des altbaus wird asymmetrie, purismus und leichtigkeit im zwei- und dreidimensionalen entgegengesetzt. der platz der nationen – plan (wir treffen uns beim plan) wird in diesem lebendig strukturierten bezirk zu einem ort der begegnung und kulturellen durchmischung, zweiseitig begrenzt durch den imposanten altbau, für alle gleichsam ein historisches remake zum jetzigen lebensraum.

die asymmetrisch situierten, transparent und zart gehaltenen neubauten an der grenadiergasse, bilden raumbegrenzung genauso wie eingänge und merkzeichen, sie erzeugen im konnex mit alt und neu zwei- und dreidimensional unverwechselbare identität und öffnen den blick auf den altbau in spannender abfolge. die beiden schmalen turmartigen scheiben symbolisieren die dualität der meinungen über das jeweils andere.

2018  architekturbüro tschom univ. prof. architekt di dr. techn