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senioren wohn- und pflegezentrum st. peter freienstein, stmk.

wettbewerb:
1. preis 1997

bauherr:
gws

planung /
ausführung:
1997 - 1999

bearbeiter:
pfeifer / ulrich /
ewerz / gamper
 
wohneinheiten:
20  we
 
fotos:
tschom
luttenberger

bauaufgabe

die bauaufgabe war ein senioren wohn- und pflegezentrum (swp-zentrum) im ort st. peter freienstein in sehr zentraler lage mit 20 einheiten in verschiedenen größen, ein, zwei- und vier-bett zimmer von 28 m² bis 50 m², einem speise- mehrzweckraum, küche, pflegebad, einer therapiezone und gut belichteten aufenthaltszonen zu errichten.

die zwei- und vier-bett zimmer sollen im 1. obergeschoss ausschließlich als pflegeeinheiten dienen, wobei die 4-bett zimmer so zu konzipieren waren, dass sie in 2 x 2-bett zimmer teilbar wären.

der speiseraum sollte zusammen mit dem foyer als mehrzweckraum nutzbar, vom foyer aber auch abtrennbar sein. die küche war in ihrer größe als verteilerküche auszulegen, die extern durch essen auf rädern versorgt werden kann.

situation

das planungsgebiet liegt südlich des zentrums, nahe dem gemeindeamt und der schule. die fläche zwischen der westlichen grundstücksgrenze und der bahn ist noch unbebaut, im norden grenzt das planungsgebiet an das areal der schule, die zufahrt liegt im südosten. das grundstück wird durch eine 35kv-leitung mit zwei masten erheblich beeinträchtigt. besondere ausblicke sind richtung westen und norden - bergkirche st. peter freienstein.

städtebauliche reaktion

bezugnehmend auf die situation wurde der baukörper so situiert und ausgeformt dass:

  • der halböffentliche bereich des swp-zentrums, die eg-zone mit dem mehrzweckraum an der vorgeschlagenen spange, die das ortszentrum mit der zufahrtsstrasse fußläufig verbinden sollte, liegt und "einsehbar" ist. damit ist das gebäude wege- und funktionsmäßig in das ortsgefüge integriert, ein gerade für diese nutzung wesentlicher aspekt.
  • der abstand zur achse der kv-leitung im norden und im osten möglichst groß ist und keine zimmer in richtung der hochspannungsmasten, deren lage die grundkonzeption des gebäudes wesentlich beeinflusst haben, orientiert sind.
  • durch den abstand zur westlichen grundstücksgrenze im fall einer bebauung des nachbargrundstückes eine genügend große grünfläche für die bewohner gesichert wird.
  • der überwiegende teil der zimmer nach westen orientiert ist, da die abendsonne von älteren menschen bevorzugt wird.

dem funktionsbereich im erdgeschoss, der auch von außen für verschiedene veranstaltungen genutzt wird, wurde ein halböffentlicher grünbereich für alle, bewohner des hauses und passanten zwecks entgegenwirken einer möglichen isolation, dem privaten teil wurde privates, vorwiegend den bewohnern vorbehaltenes grün, mit der möglichkeit für nutzgärten, zugeordnet.

die parkierung liegt im südostteil direkt an der einfahrt.

baukörperkonzeption

die beiden 3-geschoßigen baukörperhälften sind, auch bedingt durch die lage der hochspannungsmasten, zueinander in nord-südrichtung verschoben und durch eine erschließungsachse so miteinander verbunden, dass dadurch

  • eine orientierung der zimmer auf den privaten teil des grünbereiches ermöglicht wird
  • das pflegepersonal gute übersicht und kurze wege hat
  • die baukörper, wenn in 5 bis 6 jahren, wie angegeben die 35 kv-leitung verkabelt wird, in richtung norden um 10 zimmer erweiterbar sind.

die halböffentliche eg-zone kann im bereich des speisesaales und des damit verbunden foyers, sowie der vorgelagerten terrasse multifunktional genutzt werden.

die verschiebung der beiden baukörper in der längsachse ermöglichen gut belichtete erschließungs- und kommunikations-bereiche, versehen mit kleinen sitzgruppen und ausblicken in alle richtungen, auf die umliegenden gebietsprägenden bergmassive und die ortsbildprägende bergkirche.

die in einer freien form konzipierte eg-zone, sowie die den östlichen baukörper durchdringende gekrümmte eingangsscheibe, an die die haupttreppe angelehnt ist, sind für die passanten und die bewohner merkzeichen und orientierungshilfen. diese entwurfsabsicht wird durch die farbgebung, eg-zone im kräftigen orange, eingangsscheibe in einem kräftigen blau, zwei farben die sich zum sonst in grautönen gehaltenen baukörper besonders abheben, noch verstärkt.

eine weitere orientierungshilfe für ältere menschen bilden die durch nischen hervorgehobenen eingänge zu den zimmern, zusätzlich versehen mit gelben und roten, geschossverschiedenen, vertikalen türstreifen im grauen eternitfeld.

der personalbereich im kg hat durch den abgesetzten lichthof tageslicht.

wirtschaftlichkeit

das bauvorhaben wurde im rahmen der mittel der stmk. wbf ohne aufzahlung für sondernutzung pflegeheim erstellt.

materialien: ziegel, beton, eternit-fassadenverkleidungen, ziegeldeckung, kunststoff-fensterelemente

2018  architekturbüro tschom univ. prof. architekt di dr. techn