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studentenwohnheim stadt hof, bayern

wettbewerb:
2000

wohneinheiten:
260 we

mitarbeiter:
sametinger / stocker

es genügt nicht in der architektur eine bauaufgabe entsprechend seiner situierung städtebaulich zu überlegen, das funktionsprogramm umzusetzen und formal zeitgemäß zu antworten, es geht vor allem auch darum der bauaufgabe ihren innovativen  ansatz zu geben, dh. im vorliegenden fall zu beginn die frage zu stellen, was sollte beim studentischen wohnen im vordergrund stehen.

wohnen jeglicher art sollte unter anderem 2 wesentliche elemente erfüllen, einmal das bedürfnis nach privatheit, rückzug; zum anderen das bedürfnis nach öffentlichkeit – kommunikation. dies trifft auch für studentisches wohnen zu, wobei das element kommunikation im besonderen und erhöhtem ausmaß zu berücksichtigen ist. dies auch zusätzlich unter dem gesichtspunkt, dass die digitale revolution als soziales gegengewicht immer mehr erhöhte analoge kommunikation notwendig macht.

auf diese überlegungen ist der vorliegende entwurf ausgerichtet. das gebäude bildet einen rücken nach osten hin zur vorstadt und öffnet sich in seiner ausgeprägten kommunikationszone auf räumlich spannende art nach westen hin zum park, zum fluss und zur altstadt.der erdgeschossige bereich ist überwiegend transparent und durchgängig wodurch der park und die am gelände des studentenheims gelegene freiraumzone (pool und bambushain) auch im zugansbereich bis hin zur ottostrasse wirksam werden.

durch das transparente foyer und mittels deutlich markiertem bodenbelag, welcher sich von der ottostrasse durch das gebäudeinnere bis zum fuss- und radweg erstreckt, wird das studentenheim einerseits mit der vorstadt und andererseits mit dem park und der altstadt verbunden.

im vorgeschlagenem, speziell auch aus energetischen gründen kompakten baukörper, liegen im osten die geforderten einzelappartements, als rückzug gedacht und von der allgemeinen kommunikationszone durch eine großteils transparente wand schallmäßig, aber nicht sichtmäßig abgeschirmt. die zentrale, kommunikative aufenthaltszone öffnet sich grosszügig und lichtdurchflutet nach westen richtung park und altstadt. in diesen kommunikationsbereich sind die wohngruppen eingeschoben.

verstärkt wird diese öffnung nach westen noch durch den entwurfsansatz, dass die kommunikationszone im  2. 3. und 4. og. transparent geschlossen, so deutlich zur äußeren klimafassade zurückgesetzt ist, dass räumlich 4-geschossig durchgehende öffnungen entstehen. in diese fassadenräume wird, auch aus klimatischen gründen, die bepflanzung von außen nach innen transferiert.

die geforderten wohngruppen haben ihren zugeordneten kommunikativen bereich, transparent geschlossen, in die allgemeine kommunikationszone hinein geschoben. dadurch sind bei einer sehr wirtschaftlich ausgelegten, allgemeinen kommunikationszone, die eingangs erwähnten, im studentischen wohnen besonders wichtigen kontakte, gewährleistet.

2018  architekturbüro tschom univ. prof. architekt di dr. techn