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wohnanlage seiersberg

wettbewerb:
2.platz 2000

bauherr:
gws

planung /
ausführung:
2002-2004

wohneinheiten:
74 we

bearbeiter:
sametinger / pfeifer

fotos:
kramer / eder

in seiersberg im süden von graz wurde ein zweistufiger öffentlicher wettbewerb ausgeschrieben, ziel war die errichtung einer groß-wohnanlage.

durch die nahe an der ostgrenze gelegene graz-köflacher-bahn, sowie die etwas weiter entfernte autobahn ist eine hohe beeinträchtigung durch lärm gegeben.
das übrige umfeld ist durch ein einfamilienhausgebiet bzw. durch eine großvolumige vier- bis sechsgeschossige dichte wohnbebauung geprägt.

der wettbewerb wurde von 2 bauträgern ausgeschrieben, die auch die aktion „wohnbau haltbar bis – housing best before“ mitgetragen haben. in die wettbewerbsausschreibung flossen leider keine erkenntnisse ein, die am 1. grazer wohnbaukongress diskutiert wurden bzw. die grundlage der wettbewerbsausschreibung für den europaweit ausgeschriebenen wettbewerb innerhalb dieser aktion waren.

der entwurf sieht vor, das wohngebiet durch eine lärmschutzbebauung mit laubengangerschließung speziell vom bahn- aber auch vom autobahnlärm abzuschirmen. die baukörper im inneren des planungsgebietes sind aus gründen der offenheit nach westen und der räumlichen zusammenfassung von bestand und neu ost-west gerichtet.

die vier ost-west gerichteten baukörper sind aus schallschutzgründen und auch aus gründen der räumlichen spannung zueinander verdreht und in ihrer höhe gestaffelt. die restliche bebauung ist durchgehend fünfgeschossig. auf die punktuelle bebauung im süden wird durch zwei gebäudeköpfe reagiert.

um die qualität des wohngebietes zu erhöhen, wurde die bebauung in eine parklandschaft gesetzt. der nord-süd in verschiedener höhe geführte grünkörper, sowie der wechsel der jeweils einem bereich zugeordneten baumbepflanzung erzeugen zusätzliche sekundäre raumqualitäten sowie zugehörigkeiten.

der hauptfußweg in nord-süd richtung ist geschwungen geführt und wurde als kommunikationsstrang für das gesamte gebiet konzipiert. an ihm liegen interaktionsplätze dort, wo er unter den baukörperköpfen durchführt. die erschließung aller wohneinheiten erfolgt über laubengänge mit den wohnungen vorgelagerten schwellenbereichen. das system der zonierung  lässt in der raumzone offenheit für familienstrukturelle veränderungen sowie zusammenlegungen zu.

alle wohneinheiten haben große, stark durchgrünte und mit zugeordneten baumbeständen versehene freiräume vorgelagert bzw. überdeckte individuelle freiflächen, die obersten wohnungen haben zusätzliche dachgärten.
das bauvorhaben wurde von den beiden bauträgern auf die drei preisträger aufgeteilt. entsprechend dem bebauungskonzept des siegerprojektes, das meinem wettbewerbsansatz sehr ähnlich war, erhielt mein büro den auftrag zum bau von 74 wohneinheiten. dieser abschnitt ist fertiggestellt, die gesamtbebauung noch nicht.

2018  architekturbüro tschom univ. prof. architekt di dr. techn